Nach sechs Wochen über Stakeholder, Regulierung, Abhängigkeiten, Workloads, Architektur und Open Source kommen wir zu einer unbequemen Frage:
Was passiert, wenn Ihre IT ausfällt?
Nicht „ob“ – sondern „wenn“. Denn Ausfälle passieren:
- Cloud-Anbieter haben technische Störungen
- Cyberangriffe legen Systeme lahm
- Politische Entscheidungen können Zugang zu Diensten einschränken
- Anbieter stellen Produkte ein oder ändern Geschäftsmodelle
Digitale Souveränität ohne Business Continuity ist wie ein Haus ohne Notausgang.
Die unangenehme Wahrheit: Ich kann Ihnen an dieser Stelle keine fertigen Lösungen präsentieren. Business Continuity ist komplex, hochgradig individuell und hängt von Ihrer spezifischen IT-Landschaft ab.
Was ich aber sagen kann: Es ist ein Risiko, das Sie nicht ignorieren dürfen.
Die Fragen, die Sie sich stellen müssen:
- Welche Systeme sind bei Ausfall sofort geschäftskritisch? (Siehe Post 4 zur Workload-Klassifizierung)
- Wie lange können wir ohne diese Systeme arbeiten? Ein Tag? Eine Stunde? Gar nicht?
- Haben wir Fallback-Szenarien? Offline-Clients, die später synchronisieren? Alternative Anbieter? Lokale Backups?
- Wissen wir, WER im Notfall WAS tun muss? Oder herrscht Chaos, wenn’s brennt?
Business Continuity ist Risikomanagement
Sie müssen nicht für jedes Szenario eine perfekte Lösung haben. Aber Sie sollten wissen:
- Wo Ihre größten Risiken liegen
- Welche Ausfälle Sie verkraften können (und welche nicht)
- Wie Sie im Ernstfall reagieren
Das gilt besonders, wenn Sie auf dem Weg zu digitaler Souveränität sind: Jede Umstellung birgt Risiken. Diese Risiken müssen Teil Ihrer Projektplanung sein.
Keine falschen Versprechen
Ich will ehrlich sein: Business Continuity ist ein Thema, das ich gemeinsam mit meinen Kunden entwickle – nicht eines, bei dem ich mit fertigen Templates ankomme.
Jedes Unternehmen hat andere kritische Prozesse, andere Abhängigkeiten, andere Risikotoleranzen. Die richtige Lösung entsteht im Dialog, nicht im Standardpaket.
Was ich anbieten kann:
- Den Risikoblick: Wo sind Ihre Ausfallpunkte?
- Die Einordnung: Welche Ausfälle sind realistisch?
- Die Strategieentwicklung: Gemeinsam einen pragmatischen Plan B erarbeiten
Nächste Woche: Der Abschluss der Serie – wie digitale Souveränität kein Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess wird.
