Nach Stakeholder-Dialog und Regulierung kommen wir zum Kern: Wissen Sie eigentlich, welche Software in Ihrem Unternehmen läuft?
Spoiler: Die wenigsten wissen es wirklich.

In meinen Gesprächen mit Geschäftsführern höre ich oft: „Wir nutzen Microsoft für Office, SAP für die Buchhaltung, und dann noch diese Branchensoftware für [X].“
Was fehlt? Die Erkenntnis, wie TIEF diese Abhängigkeiten gehen.
Die unbequeme Realität:
- Microsoft: Nicht nur Office, sondern Azure, Teams, OneDrive, Outlook, SharePoint…
- Branchensoftware: Oft proprietär, kaum integrierbar, Vendor-Lock-in
- Spezialisierte GIS- oder ERP-Systeme: Meist alternativlos, weil „hat sich bewährt“
Plötzlich hängt das gesamte Unternehmen an 3-5 Anbietern. Und jetzt die entscheidende Frage:
Was passiert, wenn…
- …ein Anbieter die Preise verdoppelt?
- …der Support für Ihre Version eingestellt wird?
- …regulatorische Änderungen die Nutzung einschränken?
- …der Anbieter übernommen wird und das Geschäftsmodell ändert?
Digitale Souveränität beginnt mit Transparenz. Der erste Schritt ist immer: Kartieren Sie Ihre Software-Landschaft.
Nicht mit komplexen Tools wie Software Bills of Materials (SBOM) – zumindest nicht am Anfang. Sondern mit drei simplen Fragen:
- Welche Software nutzen wir? (Alle Systeme, nicht nur die „großen“)
- Wo liegen die Daten? (Server, Cloud, Hybrid?)
- Was passiert bei Ausfall? (Haben wir Alternativen? Fallback-Szenarien?)
Erst wenn Sie diese Fragen beantworten können, haben Sie die Grundlage für echte digitale Souveränität.
Nächste Woche: Wie Sie entscheiden, welche Workloads wirklich kritisch sind – und warum nicht alles auf eigene Server muss.
