Die meisten Unternehmen starten ihre Digitalisierungsprojekte mit der Frage: „Welche Software brauchen wir?“
Die bessere Frage wäre: „Wer muss eigentlich mitentscheiden?“

Digitale Souveränität – also die Fähigkeit, die volle Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur zu behalten – beginnt nicht im Server-Raum. Sie beginnt am Besprechungstisch.
Der erste Schritt ist oft der wichtigste: Geschäftsführung, IT-Team, Fachabteilungen und externe Partner an einen Tisch bringen. Nicht um Lösungen zu präsentieren, sondern um Fragen zu stellen:
- Wo liegen unsere sensiblen Daten eigentlich?
- Wer darf darauf zugreifen – und wer sollte es nicht können?
- Von welchen Anbietern sind wir abhängig, ohne es zu merken?
In meiner Beratungspraxis erlebe ich immer wieder: Der vermeintlich schmerzhafte Umstieg auf souveräne Systeme wird plötzlich attraktiv, sobald die Beteiligten verstehen, wie einfach moderne Open-Source-Komponenten miteinander kommunizieren. Und welche Möglichkeiten sich eröffnen, wenn man direkten Einfluss auf Weiterentwicklungen nehmen kann.
Mein Ansatz: Ich beginne mit Einzelgesprächen, nicht mit Workshops. Erst wenn ich die individuellen Beweggründe und Bedenken verstehe, hole ich alle Stakeholder zusammen. Denn digitale Souveränität ist kein IT-Projekt – es ist ein Unternehmensprojekt.
Die größte Hürde? Oft sind es Kollegen, die Angst haben, abgehängt zu werden, wenn sich vertraute Werkzeuge und Prozesse ändern. Hier hilft Transparenz: Eine einfache Lizenzkosten-Rechnung zeigt oft, welche finanziellen Spielräume für Weiterentwicklung und individuelle Anpassungen entstehen können.
Nächste Woche: Wie regulatorische Rahmenbedingungen (DSGVO, NIS2, DORA) das Level Playing Field für digitale Souveränität vorgeben – und warum Compliance mehr ist als Pflichterfüllung.
Weitere Infos https://t3n.de/news/digitale-souveraenitaet-was-tun-gegen-tech-abhaengigkeit-erklaerungen-loesungen-1721465/